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130 Jahre FFW Tanne
130 Jahre FFW Tanne
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Günther


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Südharzeisenbahn  
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Zug der SHE aus Richtung Braunlage 1929

Triebwagen T02 der Südharzeisenbahn fährt in den Bahnhof Sorge ein um 1935
Triebwagen T02 der Südharzeisenbahn fährt in den Bahnhof Sorge ein um 1935

  

Triebwagen T02 der Südharzeisenbahn fährt in den Bahnhof Sorge ein um 1935  (Bildnummer 885)
Beschreibung: Der Bahnhof "Sorge" gehörte zur Gemarkung Tanne. Hier traf die Südharzeisenbahn auf die Nordhausen-Wernigeröder-Eisenbahn.

Quelle: Christian Resow
Schlüsselwörter: Eisenbahn
Datum: 29.05.2015 22:11
Hits: 3096
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Dateigröße: 75.6 KB
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Autor: Kommentar:
Eva
Administrator

Registriert seit: 23.02.2010
Kommentare: 2
Kommentar von Winfried Schwarzbach

Dieses hier gezeigte Bild stellt eine, zumindest für mich, große Rarität aus eisenbahn-historischer Sicht dar.
Ein Personenzug, bestehend aus dem Triebwagen T 02 und einem gedeckten Güterwagen, fährt in den NWE(Nordhausen Wernigeröder Eisenbahn)-Bahnhof Sorge ein.
Bis zum Mai 1913 kreuzten sich die beiden konkurrierenden Eisenbahnstrecken ohne Gleisverbindung in Sorge. Der „Bahnhof Sorge“ der SHE (Südharzeisenbahn), auch als „Oberer Bahnhof“ bezeichnet, bestand nur aus dem Streckengleis mit kurzem Bahnsteig und einer kleinen Wartehalle sowie einer Fußgängerbrücke, die zum „Unterem Bahnhof“ hinabführte, und stellte eisenbahntechnisch nur einen Haltepunkt dar.
Später gab es noch einen Gepäckaufzug.
Der NWE-Bahnhof war da schon großzügiger angelegt mit Haupt-und Kreuzungsgleis und Ladegleisen für den Güterverkehr sowie der Möglichkeit, die Lokomotiven mit Wasser zu versorgen. Hier fanden auch regelmäßig sogenannte Zugkreuzungen statt, so dass es bei 3 Zügen ausreichende Verbindungsmöglichkeiten gab.
Am 01. Mai 1913 wurde auf Grund der Einsichtigkeit beider Bahnunternehmen ein Verbindungsgleis in Betrieb genommen, das nun die direkte Benutzung des unteren Bahnhofs durch die SHE-Züge ermöglichte. Der obere Bahnhof wurde als Haltepunkt nicht mehr genutzt.
Das Verbindungsgleis zweigte am Westkopf des unteren Bahnhofs nach links zur Straße hin ab; durch eine Doppelkreuzungsweiche konnten die SHE-Züge die Gleise 1 und 2 direkt nutzen, überquerte nach wenigen
Metern die Wietfelder Straße, gesichert durch eine Schrankenanlage, und stieg direkt danach mit etwa 30 ‰ Steigung auf die Höhe des Streckengleises und mündete dort ein.
Von und nach Brunnenbachsmühle konnte direkt eingefahren werden, von und nach Tanne ergab sich ein Stück geschobener Fahrt.
Das Foto zeigt nun den Zug aus Richtung Brunnenbachsmühle, er hat das Signal C ,ein zweiflügeliges Formhauptsignal, schon passiert, beide Flügel stehen auf „Fahrt frei mit Geschwindigkeitsbeschränkung“ wobei ich vermute, dass damit die Einfahrt in Gleis 1 signalisiert wird, da dabei die Doppelkreuzungsweiche im abzweigenden Strang passiert werden muss.
Hinter dem Triebwagen ist die Gewölbebrücke über die Wietfelder Straße zu sehen, weswegen eine Vollschrankenanlage eingebaut werden musste, da man von Elend kommend keine Möglichkeit hatte, SHE-Züge als Straßenbenutzer zu sehen. Man kann die Schranke vor dem Triebwagen erkennen.
Sie stand mit dem Einfahrsignal in Abhängigkeit, d.h. erst musste die Schranke geschlossen sein, bevor das Signal gezogen werden konnte. Verfolgt man den Bahndamm ab der Brücke weiter nach rechts in Richtung Tanne, erkennt man die Wartehalle, deren Fundamente man heute noch sehen kann.
Der Güterwagen diente als Stückgutwagen, da der Triebwagen nur ein beschränktes Platzangebot zur Güterbeförderung hatte.
Dieser Triebwagen war ein Eigenbau der Werkstatt Braunlage und wurde noch zum Abbau seiner Stammstrecke Walkenried-Braunlage 1963 benutzt.
Ein gedeckter Güterwagen hat bei den Harzer Schmalspurbahnen überlebt und steht heute am Bahnsteig des Bahnhofs Wernigerode-Westerntor.
Er ist an seiner Bremserplattform leicht zu erkennen.
Nach der Unterbrechung der SHE-Strecke an der Bodebrücke etwa 1 km westlich wurde bis etwa 1958 der Anschluss Tanner Hütte durch die DR bedient, dann erfolgte der Abriss der Brücke über die Harzquerbahn, um Platz für den geplanten Rollwagenverkehr zu schaffen.
In den Jahren bis etwa 1965 konnte man noch die ausgebaute Doppelkreuzungsweiche sehen und Gleisreste über die Wietfelder Straße, bis sie im Zuge des Grenzausbaus beseitigt wurden. Die Rampe, auf der das Verbindungsgleis neben der Straße nach oben geführt wurde, ist heute noch zu erkennen, und wenn man auf dem Bahndamm steht, sieht man an Hand des Bewuchses, wie weit damals noch Gleise in Richtung West gelegen haben müssen, um den Güterverkehr nach Tanne zu gewährleisten.
Ab etwa 1958 wurden die planmäßigen Zugkreuzungen nach Benneckenstein verlegt, und so behielt man diese Fahrplanlage noch bis zur Wende.
Nach und nach wurden die nicht mehr erforderlichen Signalanlagen und Gleise zurück gebaut.
1973-74 wurde das alte Bahnhofsgebäude abgerissen, da baufällig und zu dicht an der Grenze gelegen, und ein neuer Haltepunkt am Friedhof Sorge eingerichtet.
Heute kann man bei einem Spaziergang auf dem SHE-Bahndamm noch etliche Relikte aus der Zeit erkennen, als Sorge noch einen „Großen Bahnhof“ hatte!


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09.07.2015 11:40 Offline Eva rozsa at gmx.de Sie müssen eingeloggt sein, um diesen Service nutzen zu können.



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Zug der SHE aus Richtung Braunlage 1929

 

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